Was bedeutet die Registrierkassenpflicht in Österreich?

Ab wann brauche ich eine Registrierkasse?
Was ist die Kalte-Hände-Regelung?
Ausnahmen für mobile Berufe
Was gilt als Barzahlung?
Was ist die Belegerteilungspflicht?
Werden die Kosten für die Registrierkasse vom Finanzamt übernommen?
Kann auch mein normaler PC eine Registrierkasse sein?
Benötigt die Kasse einen Internetzugang?
Stichtage und Übergangsfristen vom Finanzamt
Wann mach ich mich strafbar?
Muss ich jeden Tag einen Tagesabschluss machen?
Aufbewahrungspflicht
Kassenausfall – was tun?
Was muss ich tun?
Infographik_Registrierkassenpflicht

 

Ab wann brauche ich eine Registrierkasse?

Betroffen ist jeder Unternehmer, der Umsätze von über 15.000 Euro im Jahr und Betrieb hat und davon Barumsätze von 7.500 Euro verzeichnet.

Bestimmte Umsätze von abgaberechtlichen Körperschaften, beispielsweise kleine Feuerwehrfeste oder Sportveranstaltungen eines Sportvereins, sind von der Registrierkassenpflicht befreit.

 

Was ist die Kalte-Hände-Regelung?

Die Kalte-Hände-Regelung: Bis 30.000 Euro Jahresumsatz darf die Tageslosung mittels Kassasturz ermittelt werden. Dies gilt für Umsätze von Haus zu Haus, auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten, sofern sie nicht in Verbindung mit fest geschlossenen Räumlichkeiten ausgeführt werden, zum Beispiel Maroniverkäufer, Christbaumverkäufer.

 

Ausnahmen für mobile Berufe

Mobile Gruppen, wie Masseure, Hebammen, Tierärzte, etc dürfen ihre Umsätze mittels Paragon händisch aufzeichnen, müssen diese aber im Nachhinein über eine Registrierkasse am Betriebsort erfassen.

 

Was gilt als Barzahlung?

Unter Barzahlung sind gemäß § 132a Abs. 1 neben Münzen und Scheinen der jeweiligen Landeswährung auch Bankomat- und Kreditkartenzahlungen oder durch andere vergleichbare elektronische Zahlungsformen zu verstehen. Barschecks, sowie vom Unternehmer ausgegebene und von ihm an Geldes statt angenommene Gutscheine, Bons, Geschenkmünzen und dergleichen gelten ebenfalls als Barzahlung.

Geldmünzen

 

Was ist die Belegerteilungspflicht?

Eine generelle Belegerteilungspflicht mit entsprechenden Inhalten zur Nachprüfbarkeit der Unveränderbarkeit reduziert das Risiko von „Schwarzkassen“ bzw. Kassen, die über kein ausreichendes Sicherheitssystem verfügen erheblich. Es wird die gesetzliche Verpflichtung geschaffen, Belege mit bestimmten Mindestinhalten auszustellen und dem Kunden auszufolgen.

Alternativ kann der Beleg dem Kunden auch über ein gesichertes System elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Als Vorrichtung zur elektronischen Übermittlung von Zahlungsbelegen ist eine Softwarekomponente zu verstehen, die zum Beispiel bei Abschluss eines Online-Geschäftes mit einem in Österreich steuerpflichtigen Unternehmen eine Zahlungsbestätigung mit elektronischer Signatur zum Download bereitstellt.

Der Beleg muss laut § 132a Abs. 3 mindestens folgende Angaben ab 2016 enthalten:

  • Eine eindeutige Bezeichnung des liefernden oder leistenden Unternehmers
  • Eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung des Geschäftsvorfalles einmalig vergeben wird
  • Den Tag und die Uhrzeit der Belegausstellung
  • Die Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder die Art und der Umfang der sonstigen Leistungen (Bloße Sammelbegriffe oder Gattungsbezeichnungen wie z.B. Speisen, Getränke, Lebensmittel, Büromaterial, Bekleidung,… stellen keine handelsübliche Bezeichnung dar. Lohnarbeit, Reparaturen, Fuhrleistungen ohne weitere Angaben sind nicht ausreichend.)
  • Betrag des Einkaufes

 

Angaben des Beleges aus der Registrierkasse zusätzlich zu oben angeführten (ab 01.04.2017):

  • Den Betrag der Barzahlung nach Steuersätzen getrennt
  • Eine Kassenidentifikationsnummer
  • Inhalt des maschinenlesbaren Codes

Die normierte Mitnahmeverpflichtung stellt keine dem Finanzstrafgesetz sanktionierbare Finanzordnungswidrigkeit (Verletzung der Aufbewahrungspflicht) dar. Der Kunde hat den Beleg entgegenzunehmen und bis außerhalb des Geschäftes aufzubewahren. Bei Nichtmitnahme besteht allerdings keine sanktionierbare Finanzwidrigkeit.

Bon mit QR-Code

 

Werden die Kosten für die Registrierkasse vom Finanzamt übernommen?

Für die Anschaffung / Umrüstung einer Registrierkasse wird eine staatliche Prämie von bis zu 200 Euro ausbezahlt. Die Aufwendungen können in voller Höhe sofort steuerlich abgesetzt werden.

 

Kann auch mein normaler PC eine Registrierkasse sein?

Ja! Wenn Sie einen Computer (PC, Laptop oder Tablet) ab Windows 7 besitzen, kann auch dieser bereits Ihre neue Registrierkasse sein. Sie brauchen dann nur eine Kassensoftware auf Ihrem PC installieren und schon erfüllen Sie alle Anforderungen für die Registrierkassenpflicht für 2017. Die Belege könne Sie weiterhin auf einem installierten A4 Drucker ausdrucken oder Sie nehmen sich einen Bondrucker dazu.
Ab 2017 wird an Ihrem PC bzw. an Ihrer Kassa noch eine Signaturerstellungseinheit angeschlossen.

 

Benötigt die Kasse einen Internetzugang?

Unser Kassensystem ist eine Offline Lösung! Eine Direktübertragung der Kassiervorgänge wurde gesetzlich nicht umgesetzt. Für unsere Supportbetreuung ist fallweise ein Internetzugang notwendig. So können wir per Fernwartung einsteigen und mit Ihnen das Problem finden und lösen. Ein Internetzugang kann auch mit Ihrem Handy hergestellt werden (Hotspot).
Ab 01.04.2017 ist die Signaturerstellungseinheit verpflichtend. Dafür gibt es sowohl offline als auch online Lösungen.

 

Stichtage und Übergangsfristen vom Finanzamt

 
Ab 01.01.2016 Ab 01.05.2016 Zwischen 01.05.2016
und 30.06.2016
Ab 01.07.2016 Ab 01.04.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
           
 

gibt es in Österreich eine Registrierkassen-
pflicht und Beleg-
erteilungspflicht.

kann frühestens eine Registrierkassen-
pflicht in Ihrem Betrieb festgestellt werden. Da als Berechnungs-
grundlage nicht das Jahr 2015 hergezogen werden darf, ist die erste mögliche Berechnungs-
grundlage für das Finanzamt das erste Quartal 2016. Einen Monat nach Überschreitung der Umsatzgrenze setzt die Registrierkassen-
pflicht ein.

wird von einer Bestrafung abgesehen, wenn besondere Gründe vorliegen, beispielsweise Nichteinhaltung der Lieferfrist durch den Kassenhersteller.

ist die Anmeldung der Registrierkasse und der Signaturerstellungs-
einheit bei FinanzOnline möglich.

muss eine technische Sicherheitslösung mittels Signaturerstellungs-
einheit mit einer kryptografischen Signatur die Unveränderbarkeit der Aufzeichnungen und Belege gewährleisten. Die Registrierung bei FinanzOnline muss jetzt zwingend erfolgt sein. Ab diesem Zeitpunkt werden finanzstrafrechtliche Konsequenzen ohne Ausnahme geführt.

 

 

Wann mach ich mich strafbar?

Laut § 39 Finanzstrafgesetz macht sich ein Unternehmer des Abgabenbetruges schuldig, wer Finanzvergehen der Abgabenhinterziehung begeht. Und zwar unter Verwendung von

  • falscher oder verfälschter Urkunden, falscher oder verfälschter Daten
  • Scheingeschäften oder anderen Scheinhandlungen (§ 32 BAO)
  • Programmen, mit deren Hilfe Daten verändert, gelöscht oder unterdrückt werden können

Die Finanzordnungswidrigkeit wird mit einer Geldstrafe bis zu 50.000 Euro geahndet.

Nur, wenn Kassen den gegenwärtigen technischen Standard erfüllen, ist sicher, dass sie auch den gesetzlichen Regelungen entsprechen können.

 

Muss ich jeden Tag einen Tagesabschluss machen?

Laut Kassenrichtlinie 2012 muss jeden Tag ein Tagesende gemacht werden. Ab 01.04.2017 erfüllt die Kasse die Registrierkassenverordnung, wodurch der Tagesabschluss nicht mehr unbedingt nötig wäre, jedoch unabhängig davon ist ein Tagesende notwendig, um den Kassenstand zu überprüfen.

 

Aufbewahrungspflicht

Vom Beleg ist eine Durchschrift oder im selben Arbeitsgang mit der Belegerstellung eine sonstige Zweitschrift anzufertigen und sieben Jahre aufzubewahren.
Als Zweitschrift im Sinn dieser Bestimmung gilt auch die Speicherung in Form von Journalen auf Datenträgern, wenn die Geschäftsvorfälle spätestens gleichzeitig mit der Belegerstellung erfasst werden.
Die Aufbewahrungsverpflichtung gilt neben Zweitschriften auch für die in §132a Abs. 4 genannten Unterlagen. Sie beginnt mit der Belegerstellung und beträgt sieben Jahre ab Schluss des Kalenderjahres, in dem der Beleg ausgestellt wurde.
Die Durchschrift (Zweitschrift) zählt zu den Büchern oder Aufzeichnungen gehörigen Belegen.

Das Datenerfassungsprotokoll, der Startbeleg nach der Registrierung der Signaturerstellungseinheit, der Monats-, Jahres- und Schlussbeleg sind ebenfalls sieben Jahre ab Schluss des Kalenderjahres aufzubewahren.

 

Kassenausfall – was tun?

Es gibt keine grundsätzliche Verpflichtung zur ständigen Bereithaltung eines redundanten 2. Aufzeichnungssystems. Der Unternehmer hat jeden nicht nur vorübergehenden Ausfall und jede Außerbetriebnahme der Sicherheitseinrichtung in der Registrierkasse bei

  • Diebstahl oder sonstigem Verlust
  • Funktionsverlust
  • Außerbetriebnahme

ohne unnötigen Aufschub bekannt zu geben.
Bei Ausfall sind die Barumsätze einer Registrierkasse entweder auf einer anderen Registrierkasse, oder wenn dies nicht möglich ist, händisch zu erfassen und Zweitschriften der Belege aufzubewahren. Nach Fehlerbehebung sind die Umsätze in der Registrierkasse nach zu erfassen und die Belege den Zweitschriften hinzuzuheften.

 

Was muss ich tun?

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir laden Sie unverbindlich für eine Demo ein. Überzeugen Sie sich von dem Nutzen einer flexiblen und allen Anforderungen der Registrierkassenverordnung entsprechenden PC-Kassenlösung.

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